Wär' doch was: einen Parkplatz als Solarkraftwerk nutzen!


Kürzlich mahnten Rottweils Grüne eine „Solaroffensive“ in der Stadt an. Vor allem auf Dächern und an Fassaden sahen sie ein beachtliches Potenzial fürs Erzeugen erneuerbarer Energien brachliegen. Aber auch Parkplätze gerieten den Grünen speziell in den Blick. Und als hätte das Land von dieser Idee Wind bekommen, startete das Umweltministerium soeben die Ausschreibung für ein Pilotprojekt, um auf Parkflächen innovative Solarüberdachungen mit intelligenter Ladeinfrastruktur zu testen.

Parkplätze Stadthalle


 

Land sucht vier Pilotprojekte

 

Gesucht sind maximal vier Pilotprojekte in Baden-Württemberg. Mit denen möchte man vor allem technische Erfahrungen sammeln, die dann später in eine Pflicht zur solaren Parkplatzüberdachung einfließen. Die grüne Gemeinderatsfraktion sprang auf diese Landesinitiative sofort an und meinte nun Richtung Stadt: „Zugreifen!“ Und so bat sie in einem Antrag, die Verwaltung möge prüfen, ob Rottweil sich für eines dieser vier Pilotprojekte ins Zeug legen möchte.

 

Ein Parkplatz wird Solarkraftwerk

 

Aus grüner Sicht wäre solch ein Pilotprojekt jedenfalls ein starkes Zeichen, die Pariser Klimaschutzziele auf lokaler Ebene zu verfolgen: „Ein Parkplatz verwandelt sich durch die Solarüberdachung zusätzlich in ein Kraftwerk für grünen Strom“, heißt es im Antrag. Und mehr noch: Dieses Vorhaben füge sich bestens in das Mobilitätskonzept für die Landesgartenschau 2028 ein. Denn man kann kaum daran zweifeln, dass bis dahin die Elektromobilität eine dominierende Rolle spielt. Gelänge es, dieses Pilotprojekt an Land zu ziehen, wäre das eine weitere Visitenkarte für die Innovationskraft der Stadt.

 

Vorschlag: Solarüberdachung von Parkplätzen bei der Stadthalle

 

In ihrem Antrag machen die Grünen gleich noch einen Projektvorschlag. Solch eine Überdachung mit Solaranlagen können sie sich sehr gut über den Parkplätzen neben der Stadthalle ausmalen. Mit dem Aquasol und den Sportstätten in der Nachbarschaft wäre dies auch städtebaulich ein markanter Bereich. Trotz vorhandener Baumreihen ließen sich dort wahrscheinlich über 100 Parkplätze mit unverschatteten Modulen überdachen und parkende Elektroautos und E-Bikes könnten an Ladestationen dann sauberen Strom „tanken“. Doch es gibt weitere Vorteile. Zusätzlich schützt eine Solarüberdachung vor Unbilden des Wetters: Sie spendet Schatten, schützt vor Regen, Hagel und Schnee und verringert im Sommer das Aufheizen der Parkflächen.

 

Ästhetische Lösung gesucht

 

Den Grünen liegt in ihrem Antrag viel daran, dass diese Überdachung auch optisch zu einem Blickfang wird. So sollte im Fall einer städtischen Bewerbung für dieses Pilotprojekt auch Wert gelegt werden auf eine ästhetisch überzeugende Lösung für die Aufständerung der Module. Die Zeit fürs Erarbeiten einer ansprechenden und innovativen Bewerbung ist knapp: Stichtag ist bereits der 15. Oktober 2020.

 

Vertiefende Informationen: