Videokonferenz der Gemeinderatsfraktion trotzt mit Optimismus dem Virus


Unter dem Shutdown leidet auch die kommunale Demokratie: der Gemeinderat tagt nichtöffentlich in der Stadthalle, abgesagte Ausschusssitzungen, keine Fraktionstreffen. Sind Videokonferenzen ein Ausweg? Die Gemeinderatsfraktion der Grünen, wollte das genauer wissen und traf sich zur Lagebesprechung erstmals auf dem Bildschirm. Testergebnis? Premiere erfolgreich. Empfehlenswert auch für Zeiten nach der Krise, um analoge Raumgrenzen digital zu überwinden.

Erste Videokonferenz der Fraktion


Videokonferenzen des Gemeinderats?

 

Dank dieser Erfahrung sah die Fraktion kein Problem, der Verwaltung positive Signale für künftige Videoschalten des Gemeinderats zu geben. Natürlich nur in außergewöhnlichen Zeiten wie jetzt. Doch eines wurde auch klar: Größere Diskussionsrunden verlangen eine gekonnte Moderation, um Wortmeldungen wahrzunehmen und einen fairen Meinungsaustausch zu garantieren.

 

Optimismus gegen den Virus

 

Die technischen Anfangsschwierigkeiten der Videokonferenz waren rasch bewältigt. Als alle Fraktionsmitglieder sich nach längerer Zeit wieder sahen und hörten, machte sich sogar eine lockere Stimmung breit. Fast schien es, als wolle man mit Optimismus dem Virus trotzen, der das städtische und kulturelle Leben nahezu erliegen lässt.

 

Die Grünen waren sich einig: Vorrangig ist jetzt, so rasch wie möglich gemeinsam die Gesundheitskrise zu meistern. Vorstöße zu anderen Themen sind unpassend. Doch die kommende schwere Wirtschaftskrise fordert dann Konjunkturimpulse, in denen die Fraktion grüne Akzente setzen möchte. Dann dreht sich vieles um Daseinsvorsorge, sozialen Zusammenhalt und ein Umsteuern der Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit. Klimakrise und Artensterben pausieren wegen Corona nicht.

 

Die fetten Jahre sind vorbei

 

Ingeborg Gekle-Maier sprach’s schon in der Haushaltsberatung aus: „Die fetten Jahre sind vorbei.“ Nun drohen zusätzlich schwere Einbrüche bei Gebühren, Gewerbesteuer und Finanzzuweisungen. Sie wies darauf hin, dass viele Selbständige um ihre Existenz bangen.

 

Andere ergänzten in der Videorunde, dass Gastronomie und Hotellerie chancenlos sind, die jetzigen Ausfälle später zu kompensieren. Böse erwischt es auch Soloselbständige wie Künstler. Solche Existenznöte abzufedern, dürfte ein kommunalpolitischer Schwerpunkt werden.

 

Tolle, solidarische Stadtgesellschaft

 

Angesichts dieser Herausforderungen beeindrucken die vielen Gesten der Solidarität. Was für eine tolle Rottweiler Stadtgesellschaft! Angefangen von Nachbarschaftshilfe bis hin zur städtischen Aktion „Rottweil hilft“. Ira Hugger schilderte ihre Eindrücke, „dass viele im Alltag einander zugewandter sind.“ Dem pflichtete Gabriele Schneider bei und erzählte, wie Nachbarn besorgt angerufen hatten, weil das Auto morgens ungewohnt vor dem Haus stehen blieb, weil die Arbeit inzwischen ins Homeoffice gewandert ist.

 

Originell auch das: In einer Straße in Rottweil überwinden allwöchentlich Gesang und Musizieren die Kontaktsperre - von Balkon zu Balkon. „Die Krise weckt auch das Gute in Menschen“, meinte Frank Sucker.

 

Die Grünen appellieren in ihrer Pressemitteilung, gerade jetzt dem Handel und Gewerbe in der Stadt beizustehen. Etwa indem man den von etlichen Restaurants angebotenen Abholservice nutzt. Oder den Hilfsdienst „Rottweil liefert’s“. Und sie schließen: „Es wäre jammerschade, wenn auswärtige Riesen wie Amazon die großen Profiteure der Krise werden.

 

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