Tierquälerei in Flözlingen: Unsere Bundestagskandidatin Annette Reif verlangt mehr Rechte für Tiere


Undenkbar

Am 18.06.2020 habe ich getwittert: „Über 50.000 Schweine werden täglich bei #toennies geschlachtet. Jetzt ist die Fleischfabrik geschlossen. Die Schweine wurden aber ja bestellt. Können aber nicht geliefert werden. Was passiert denn mit 50.000 „übrigen“ Schweinen (täglich)? Die Maschinerie läuft ja weiter…“

Grüne Bundestagskandidatin Annette Reif


Eine Folge davon, was passiert, wenn Bauern die Schweine nicht abgenommen werden, sehen wir gerade. Ein Schweinemastbetrieb in der Nähe von Rottweil wurde am Wochenende wegen Tierquälerei geschlossen. Unter anderem, weil er überbelegt war.

 

Ich gebe zu, dass ich die Filme und Bilder, die in diesem Betrieb entstanden sind, nicht angeschaut habe. Allein beim drüberscrollen von Bildern, die in den zahlreichen Berichten eingebettet waren, habe ich geweint. Vielleicht bin ich feige, aber ich kann es nicht. Menschen, die Schweinefleisch essen, sollten sich meiner Meinung nach diese Bilder aber definitiv anschauen…

 

Erbärmliche Zustände in einem Stall bei uns. Auf dem Land. In einem kleinen Dorf. Undenkbar! Und jetzt doch plötzlich ganz nah da.

 

Ein Gedanke, der mich umtreibt, ist: Ist der Bauer morgens gerne in den Stall gegangen? Hat er gerne Tiere gequält? Ich kann es mir nicht vorstellen! Was ist also im Leben eines Menschen passiert, dass er es trotzdem getan hat?

 

Ein zweiter Gedanke, den ich nicht losbekomme, ist: Nach allem was ich gelesen habe, ist es schwierig Schweine zu züchten, ohne dass sie (wohl ausgelöst durch Langeweile) beginnen, sich gegenseitig zu beißen und so in einen regelrechten Blutrausch kommen. Ich kann intellektuell nachvollziehen, dass es schwierig ist, Schweine zu züchten.

 

Ich verstehe nicht, warum man es trotzdem tut.

 

Im Juni habe ich zum Thema Kastenstand einen Artikel in meinem privaten Blog geschrieben, ihr findet ihn hier. Und im Dezember 2019 habe ich hier, auf „Rottweil Inside“ einen Beitrag veröffentlicht zum Thema Tierproduktion. Der erste Satz lautet: „Eigentlich sollte man anstatt von Landwirten oder Bauern von Tierproduzenten sprechen.“ Kein einfacher Artikel, aber leider noch total aktuell.

 

Am letzten Wochenende hat mich ein Landwirt bei einem Gespräch, in dem es auch um meine vegane Ernährung ging, gefragt, wie ich mir die Zukunft der Landwirtschaft vorstelle. Wie aus der Pistole geschossen habe ich gesagt: „Weniger Tiere, denen es besser geht.“

 

Diese Woche habe ich einen Änderungsantrag unseres grünen Grundsatzprogramms mit unterzeichnet, in dem es um Rechte von Tieren geht. Ich hoffe, dass wir Grünen nach der Bundestagswahl entsprechende Gesetze mitgestalten können!