Grüne OV Rottweil-Zimmern

Schlecht für die Stadt Rottweil: Trotzt prominenter Fürsprecher scheitert der Regiobus Rottweil-Balingen im Kreistag.


Der Kreistag hat am Montag den Antrag der Grünen abgelehnt, eine Regiobuslinie zwischen Rottweil und Balingen einzurichten. Die hätte den Kreis jährlich 160.000 Euro gekostet. Der Kreisvorstand der Grünen nimmt dazu so Stellung:


Balingen hatte schon zugesagt, 240.000 Euro beizusteuern, und vom Land wären 400.000 Euro gekommen. Dass es Bedarf für diese Linie gibt, war klar: „Die Gymnasien klagen schon, dass aus der Ecke keine  Schüler mehr kommen, weil die Busverbindung so schlecht ist“, sagt Hubert Nowack. „Wenn alle Berufsschüler, die nach Rottweil einpendeln, mit dem Auto kommen würden, bräuchten wir noch ein Parkhaus!“

Und auch im Blick auf die Touristen, die Rottweil mit Turm und Hängebrücke locken will, wäre dieser Lückenschluss im öffentlichen Nahverkehr nötig. Das sah auch die Stadt Rottweil so, weshalb der neue Bürgermeister Dr. Christian Ruf ein entsprechendes Schreiben an das Landratsamt richtete. Selbst Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel äußerte sich positiv über den Grünen-Antrag. Ebenso Stadträte aus Zepfenhan und Neukirch – schließlich würden beide Teilorte durchaus von der Verbindung profitieren.

Dennoch sahen die Kreistagsfraktionen von Freien Wählern, CDU und FDP keine Notwendigkeit dafür. „Man wollte das Geld nicht ausgeben, es wurde argumentiert, dass die Strecke nicht frequentiert sei“, so Nowack. Aus der SPD kam teilweise Zustimmung, doch das  reichte nicht. Damit ist die Buslinie erst einmal vom Tisch, denn der Antrag müsste bis zum 31. Mai beim Land gestellt sein.

Dennoch werden die Grünen am Thema dranbleiben: „Die Attraktivität unseres Landkreises steht und fällt mit der gebotenen Infrastruktur. Dazu gehört neben dem schnellen Internet auch ein funktionierendes ÖPNV- Netz“, betont Ingeborg Gekle-Maier. Weiter: „Und funktionierend heißt bedarfsgerecht.“ Bedarfsgerecht ist der ÖPNV aber nur, wenn das Angebot flächendeckend, zuverlässig, schnell und pünktlich im Stundentakt auch am Wochenende kostengünstig verkehrt. Nur dann könnten und würden Berufspendler, Schüler, Touristen und andere auch umsteigen. Kleinmütig hat der Kreistag diese Chance verspielt. Es wäre der Lückenschluss Richtung Zollernalbkreis gewesen.

Ein Kreisrat, der in der Sitzung betonte, es gebe genügend Busverbindungen zwischen Rottweil und Balingen, hat die Tatsache nicht erwähnt, dass die bestehenden Buslinien über eine Stunde brauchen. Denn trotz der direkt verbindenden B27 fahren sie über Neufra, Wellendingen, Wilflingen, Schörzingen, Weilen, Schömberg, Erzingen, Endingen nach Balingen und zurück. Neukirch bleibt links liegen. Und an den Wochenenden und in den Ferienzeiten ist der Verkehr deutlich reduziert. Das ist keine verlässliche Alternative zum Individualverkehr.