Grüner Stammtisch in Göllsdorf

Grüner Stammtisch in Göllsdorf

Grüner Stammtisch in Göllsdorf

Der erste wandernde Grüne Stammtisch machte Einkehr in Göllsdorf. Das durch Krankheit halbierte Vorstandsteam der Rottweil-Zimmerner Grünen traf dort Ortsvorsteher Wolfgang Dreher und Ortschaftsrat Michael Rais. Beide schilderten den Newcomern anschaulich das Zusammenleben, die Infrastruktur und die anstehenden Projekte in ihrem Teilort. Auch kritische Anmerkungen gab‘s. Alles in allem: ein Stimmtisch der offenen Worte, aber auch des respektvollen Umgangs miteinander.

Mit gewissem Stolz zeichnete Dreher ein positives Bild seines Orts mit seinem bunten kulturellen und sportlichen Vereinsleben und anderen bürgerschaftlichen Aktivitäten. Besonders staunten die Grünen, dass in diesem überschaubaren Ortsteil Jugendliche noch leichter zusammen finden und etwa auf moderne Spielart Brauchtum pflegen. So retten einige beispielsweise Super 8 Filme aus alten Göllsdorfer Tagen ins digitale Heute. Vandalismus sei keine Thema. Auch die Natur- und Landschaftspflege durch Ziegen und Schafe erfreute die Grünen. In Göllsdorf halte man zusammen, kenne sich noch. Handwerker springen Ehrenamtlern bei, wenn‘s mal wo klemmt. Dreher betonte auch „die gute Infrastruktur“ durch Läden, Ärzte, Wirtschaften, Kinderkrippen, Grundschule. Allerdings wünsche man sich, so Michael Rais, mehr Ausstrahlung der Rottweiler Innenstadt. Villingen-Schwenningen sei für manche eine durchaus lockende Konkurrenz.

Kritik verdiene allerdings der Hundekot auf Spazierwegen, meinte eine Göllsdorferin. Es fehle an Behältern. „Wofür zahle ich denn meine Hundesteuer?“ Dreher sah das Problem. Er sei auch aktiv gewesen, verwies jedoch auf den hohen Beseitigungsaufwand beim Betriebshof. Der starke Durchgangsverkehr sei ebenfalls ein richtiges Ärgernis. Dazu werde oft viel zu schnell gefahren - leider auch an Bushaltestellen. Da seien mehr Kontrollen und Tempotafeln nötig. Oder: „Wie wäre es mit flächendeckend Tempo 30?“ Der Ortsvorsteher räumte ein, dass die Durchgangsstraße noch einseitig den autofixierten Maßstäben der siebziger Jahre gemäß geplant wurde. Grünen-Vorstand Andreas Rebmann regte Tempo bremsende bauliche Maßnahmen an, ähnlich wie in Zimmern. Moniert wurde auch das weitere Ausdehnen von Baugebieten in die Natur. „Innerörtliche Verdichtung“ laute das Gegenrezept. Hier verwies Dreher auf das Baulückenmanagement, das letztlich jedoch auf Freiwilligkeit beruhe. Göllsdorf sei nun mal ein „begehrter Wohnort“ mit entsprechendem Nachfragedruck. 

Hauptwunsch der Göllsdorfer ist das möglichst rasche Gelingen der geplanten Mehrzweckhalle, die den sportlichen und kulturellen Anforderungen genüge. Der Ortsvorsteher war grünen Wünschen gegenüber aufgeschlossen, dass diese Halle im Gegensatz zur alten Energieschleuder auch energetisch top werde. Er könne sich gut Solarmodule auf dem Dach vorstellen. Auf den Testturm angesprochen, meinte Dreher, dieser sei in Göllsdorf kein Aufreger. Von dort aus störe er den Blick aufs Stadtbild nicht. „Angesichts der Wucht des Baus, ist aber architektonische Qualität das A und O“, lautete eine besorgtere Meinung.